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KONZERTPROGRAMM

2016 / 2017

Sonntag, 9.10. 2016, 20.00 Uhr *
Azahar Bläserquintett
azahar
© W. Glück
„Azahar“ ist der aus dem Arabischen stammende Name der weißen, aromatisch duftenden Blüte von Zitrusbäumen, insbesondere des Orangenbaums. Ein Hauch südlicher Poesie entsteht so beim spanischen Azahar Bläserquintett, das die 61. Saison der Internationalen Kammermusikreihe der Bruchsaler Schlosskonzerte des Kulturrings eröffnen wird.

Das 2010 gegründete junge Ensemble – allesamt Schüler des berühmten Fagottisten Sergio Azzolini – gewann 2014 einen Preis beim renommierten ARD-Wettbewerb in München, der den Azahars nicht nur große internationale Beachtung einbrachte, sondern auch eine Auftragskomposition des georgischen Komponisten Gija Kancheli, die das Quintett nach Bruchsal mitbringen wird. Außerdem stehen mit den beiden Bläserquintetten von Anton Reicha und Carl Nielsen zwei Meilensteine der Holzbläser-Literatur auf dem Programm. Natürlich fehlt dann auch nicht ein Werk mit echt spanischem Kolorit: Joaquín Turinas legendäres „Oración del Torero“ – Olé!
Samstag, 19.11. 2016, 20.00 Uhr
Elisabeth Leonskaja, Klavier
Seit Jahrzehnten gehört Elisabeth Leonskaja zu den großen Pianistinnen unserer Zeit. Ihr Mentor Swjatoslaw Richter erkannte schon früh ihr außergewöhnliches Talent, beeinflusste nachhaltig ihre Spielweise und gab mit ihr zusammen etliche umjubelte Duo-Konzerte. Dennoch ist die „Grande Dame“ der internationalen Klavierszene sehr bescheiden und medienscheu, betritt sie aber die Bühne spürt man sofort die Kraft, die daraus erwächst, dass sie die Musik als ihre Lebensaufgabe empfindet und pflegt.

Im Programm ihres Bruchsaler Klavierabends rahmt Elisabeth Leonskaja das geniale und selten zu hörende op. 25 von Arnold Schönberg durch die wunderbar variationsreiche Fantasie op. 77 sowie die berühmte „Sturm“-Sonate von Ludwig van Beethoven. Zum Abschluss dann Franz Schuberts G-Dur Sonate D 894, die bei vielen Pianisten in ihren farblichen Varianten als das allerschönste, aber interpretatorisch wie technisch schwierigst zu spielende Werk des großen Romantikers gilt.
Samstag, 10.12. 2016, 20.00 Uhr *
L'Accademia Giocosa
„Giocoso“ ist das, was zart und verschnörkelt, spielerisch, leichtfüßig und heiter daherkommt – sei es in der Baukunst, der Malerei oder eben auch in der Musik. Das Barockensemble L’Accademia Giocosa aus München trägt darum auch dieses Adjektiv wie ein Motto im Namen, wenn es auf historischen Instrumenten im Kammermusiksaal des Schlosses mit seinen filigranen Louis-Seize-Stuckaturen gastiert.

Unter Leitung der Cellistin Kristin von der Goltz spielt das Ensemble mit je zwei Barockviolinen, -violen und -oboen sowie Kontrabass und Cembalo Werke von Johann Caspar Fischer, Johann Melchior Molter, Joseph Bodin de Boismortier, Antonio Vivaldi sowie Georg Philipp Telemann. Diese Musik „gehört“ nicht nur durch ihre höfischen Auftraggeber genau in unseren Kammermusiksaal, sondern atmet auch den duftigen Geist des Ortes und seines historischen Rahmens.
Freitag, 27.01. 2017, 20.00 Uhr
Rolston String Quartet
– Preisträgerkonzert Banff 2016 –
Aktueller Preisträger 2016 des weltweit renommierten und alle drei Jahre im kanadischen Banff stattfindenden Streichquartettwettbewerbs ist das Rolston String Quartet, benannt nach dem kanadischen Geiger Thomas Rolston und derzeit „quartet-in-residence“ an der Stanford University.

Der Kulturring Bruchsal hat dieses junge, erst 2013 gegründete Ensemble im Rahmen seiner ersten Europatournee eingeladen.Luri Lee und Jeffrey Dyrda (Violinen), Hezekiah Leung (Viola) und Jonathan Lo (Violoncello) spielen bei diesem Debüt das Streichquartett G-Dur KV 387 von Mozart, die „Intimen Briefe“ von Janacek sowie das Quartett Nr. 8 e-Moll op. 59/2 von Beethoven, mit dem sie in Banff die Finalistenrunde so erfolgreich krönten.
Samstag, 18.02. 2017, 20.00 Uhr *
Jourist Ensemble mit Julia Schilinski, Sopran
Das Jourist Ensemble mit Edouard Tachalow (Violine), Jakob Neubauer (Bajan/Bandoneon), Andreas Dopp (Gitarre), Johannes Huth (Kontrabass) und Rosa Klebnikova (Klavier) steht ganz in der Tradition seines 2007 verstorbenen Gründers, des international herausragenden ukrainischen Bajan- und Akkordeonvirtuosen Efim Jourist.

Gemeinsam mit der Sängerin Julia Schilinski widmet sich das Ensemble in diesem Programm den von Lebensfreude, Intensität und Leidenschaft geprägten Weisen seines Namensgebers sowie dazu passenden Liedern von Astor Piazzolla.
Ergänzt wird dieser Konzertabend mit argentinischen und russischen Konzerttangos, in deren Musik melancholische Stimmungen und unerreichbare Sehnsüchte.
Freitag, 10.03. 2017, 20.00 Uhr *
Cecilia String Quartet
Während im Januar das jüngste Preisträgerquartett von Banff bei uns gastiert, erleben wir an diesem Konzertabend ein „älteres“ Ensemble, das bereits 2010 diesen wirklich großen Wettbewerb gewann, seinerzeit aber aus Termingründen leider nicht zu den Schlosskonzerten kommen konnte. Jetzt spielt das 2004 in Toronto gegründete und beheimatete Cecila String Quartet im Rahmen seiner Europatournee endlich in Bruchsal.

Die Geigerinnen Catherine Cosbey und Sarah Nematallah, die Bratscherin Caitlin Boyle und die Cellistin Rachel Desoer präsentieren neben den Streichquartetten KV 412 von Wolfgang Amadeus Mozart sowie „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert in einer deutschen Erstaufführung das Quartett „Taxonomy of paper wings“ der kanadischen Komponistin Emilie LeBel; zum 150jährigen Bestehen Kanadas hat das Cecilia String Quartet dieses Stück in Auftrag gegeben.
Sonntag, 23.04. 2017, 20.00 Uhr
Trio con Brio Copenhagen
Sprudelnde Spielfreude, magischer Dialog, homogenes Zusammenspiel und instrumentale Perfektion werden diesem dänischen Klaviertrio attestiert, das mittlerweile zu einem der führenden Ensembles seiner Generation gehört. Auch in der pulsierenden Musik-Szene Skandinaviens spielt es eine zentrale Rolle.

Nach ihrem 2008 begeistert gefeierten Debut bei den Bruchsaler Schlosskonzerten kommen die beiden Schwestern, die Geigerin Soo-Jin Hong und die Cellistin Soo-Kyung Hong sowie der Pianist Jens Elvekjaer erneut in unsere Konzertreihe. Auf ihrem Programm steht das berühmte „Zigeuner“-Trio von Joseph Haydn sowie das tief bewegende Klaviertrio op. 15 von Bedrich Smetana und das meisterhaft-melodische op. 8 von Johannes Brahms.
Sonntag, 21.05. 2017, 20.00 Uhr
Simone Rubino, Schlagzeug / Multipercussion
Der damals 21jährige Schlagzeuger aus Turin war 2014 nicht nur der überragende Gewinner des internationalen ARD-Musikwettbewerbs, sondern wurde in München zusätzlich noch mit dem gleichfalls begehrten Publikumspreis sowie sämtlichen Sonderpreisen ausgezeichnet. Simone Rubino hat als Multi-Perkussionist alles: eine schier überbordende Musikalität, ein faszinierendes Charisma und eine virtuose Brillanz.

Wie zum Abschluss jeder Saison der Bruchsaler Schlosskonzerte werfen wir gerne wieder einen Blick über den Tellerrand des gesicherten klassisch-romantischen Kanons: Ausgehend und inspiriert von der 3. Cello-Suite von Johann Sebastian Bach in der Bearbeitung für Marimbaphon zündet Rubino in atemberaubender Akrobatik auf unterschiedlichsten Perkussionsinstrumenten nach den jeweiligen Sätzen der berühmten Cello-Suite quasi als deren „Echos“ ein Feuerwerk musikalisch höchst virtuoser und zauberhafter Stücke von Robert Bocca, Wolfgang Reifeneder, Alexej Gerassimez, Carlo Boccadoro und Iannis Xenakis.
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